Stadtwerkstatt

Die Städte stehen vor fundamentalen Herausforderungen:

  • Der Klimawandel wie die Erhitzung der Innenstädte erfordern Maßnahmen, die CO2 reduzieren und Städte kühlen
  • Verändertes Mobilitäsverhalten und der Klimawandel machen die Verkehrswende notwendig. Die Flächen für unterschiedliche Nutzergruppen müssen daher neu verteilt werden
  • Der Online-Handel führt dazu, dass der Bedarf an Verkaufsflächen sinken wird
  • Ebenso senkt Home Office den Bedarf an Büroflächen
  • Es fehlt bezahlbarer Wohnraum
  • Der kulturelle Wandel erzeugt Skepsis gegenüber Billigfleisch und Billigwaren, es wächst die Sehnsucht nach Entschleunigung, der Konsumismus verliert an Attraktivität.

Unsere Lebenswelten und unsere Haltungen dazu ändern sich. Keine Partei, keine gesellschaftliche Organisation, keine Peson kann behaupten zu wissen, was aus alledem folgt und folgen muss. Das, was die Stadt in Zukunft ist, ist abhängig von einer Vielzahl von Entscheidungen von Bürgern und Bürgerinnen, von Eigentümern und Investoren und auch, aber nicht nur und nicht wesentlich von politischen Entscheidungen. Die Antwort auf die Fragen, wem gehört die Stadt und wie wollen wir leben, erfordert individuelle Interessen und das Gemeinwohl, Egoismus und Gemeinsinn auszutarieren. Das Zusammenspiel vieler Akteure mit unterschiedlichen und gegenläufigen Interessen ist Stadtentwicklung.

Jedes Stadtentwicklungsprojekt muss sich klar darüber sein, dass es einen Prozess geben muss, dessen Ende nicht absehbar ist. Falsch wäre es jedoch ihn wegen der Unsichheit nicht zu beginnen.

Das Problem von Gesellschaft und Politik ist, dass sie sich verheddern in den Widerwärtigkeiten des Alltags: Häuserkampf statt Kampf um die Stadt, der Alltag erschlägt die Strategie.  Das gemeine Wohl bleibt auf der Strecke. So wird Zukunft verspielt.

Wie kommen wir aus der Sackgasse raus.?  Wir müssen den Rahmen für Entscheidungen neu justieren, und zwar durch neue Beteiligungsformen wie Stadtwerkstatt!

Die Ziele der Stadtwerkstatt sind mehr Information, mehr Transparenz, mehr Mitwirkung, mehr Akzeptanz und bessere Ergebnisse für Planungsprojekte.

Die Stadtwerkstatt bildet das Dach für Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung. Diese Verfahren dienen der Unterstützung der Meinungs- und Entscheidungsfindung in Politik und Verwaltung. Sie stehen nicht in Konkurrenz zu den demokratisch verfassten Institutionen und gewählten Gremien, sondern können diese nur ergänzen.

Im Rahmen der Stadtwerkstatt können Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit Planern und politischen Repräsentanten der Stadt Lösungsansätze für aktuelle Probleme und Herausforderungen entwickeln.

Stadtwerkstätten gibt es bereits in vielen Städten, so in Berlin und Innsbruck. Stadtwerkstätten verfügen über Personal, Büros und Veranstaltungsräume.

Es wäre schön, Bielefeld würde Stadtwerkstatt wagen!

Uwe Günther